Sternexplosion in naher Galaxie

Nächstgelegene Supernova seit 1987 könnte Aufschluss über das Schicksal des Universums geben

London (Großbritannien) - In der 11,5 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M82 ist ein Stern explodiert. Das berichten Astronomen des University of London Observatory. Die Supernova wurde demnach am 21. Januar zufällig im Rahmen einer Lehrveranstaltung entdeckt. Die Spiralgalaxie M82 ist ein bekanntes Himmelsobjekt im Sternbild Großer Bär. Die Supernova ist auch mit einem kleinen Fernrohr oder einem guten Feldstecher als Lichtpünktchen in der Galaxie auszumachen.

„Ich gab den Studenten eine Einführung in die Benutzung der CCD-Kamera an einem automatischen Teleskop der Sternwarte“, erklärt Steve Fossey vom University of London Observatory. Als Übungsobjekt wählte er rein zufällig M82 – und wunderte sich über einen helles Lichtpünktchen in der Galaxie, das ihm von früheren Beobachtungen her unvertraut war. Ein Vergleich mit alten Aufnahmen bestätigte den Verdacht: Es handelte sich um eine Supernova. Rasch informierte der Forscher Kollegen in aller Welt von seinem Fund.

Für die Astronomen ist die Sternexplosion ein Glücksfall. Es ist die uns am nächsten gelegene Supernova seit 1987: Damals leuchtete eine Supernova in der Großen Magellanschen Wolke auf, einer Satelliten-Galaxie der Milchstraße. Mit 11,5 Millionen Lichtjahren befindet sich M82 für die Astronomen noch in unserer kosmischen Nachbarschaft. Damit ist die Chance groß, auf Archivaufnahmen den Stern vor seiner Explosion aufzuspüren und so neue Erkenntnisse über die physikalischen Prozesse bei einer Sternexplosion zu gewinnen.

Supernovae dieses Typs dienen den Astronomen als "Standardkerzen" bei der Vermessung des Kosmos, als einheitliche Lichtquellen also, mit denen sich große Entfernungen messen lassen. Denn aus dem Verlauf ihrer Helligkeitsentwicklung können die Forscher ihre wahre Helligkeit und damit auch ihre Entfernung bestimmen. Deshalb könnte die nahe Supernova zu einer genaueren Bestimmung der kosmischen Expansion und damit auch zu einer besseren Vorhersage des künftigen Schicksals unseres Universums führen.

Bildquelle: UCL/University of London Observatory/Steve Fossey/Ben Cooke/Guy Pollack/Matthew Wilde/Thomas Wright

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!