Der Sternenhimmel im Februar

Mars hält die Stellung - und erreicht das Goldene Tor

Der Februar zeigt sich arm an hellen Planeten. Die Venus hat sich vom Morgenhimmel zurückgezogen, Jupiter und Saturn sind in der hellen Abenddämmerung verschwunden. Einzig der Rote Planet hält die Stellung: Mars steht bei einbrechender Dunkelheit bereits hoch am Himmel und geht erst nach Mitternacht unter – gegen 1.40 Uhr Anfang des Monats und lediglich 20 Minuten früher Ende Februar.

Der äußere Nachbarplanet der Erde durchquert das Sternbild Widder und erreicht am 24. Februar den Stier. Dort tritt Mars in das „Golden Tor“ zwischen den beiden auffälligen offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden ein, das er Anfang März passiert. Am 18. Januar zieht der zunehmende Halbmond am Mars vorüber, um Mitternacht beträgt der Abstand etwa viereinhalb Grad.

Im Verlauf des Monats nimmt die Mittagshöhe der Sonne am Himmel um fast zehn Grad zu, Sonnenauf- und -untergang verschieben sich entsprechend jeweils um etwa 50 Minuten. Ende des Monats ist es deshalb erst gegen 19.30 Uhr richtig dunkel.

Nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlt dann der Winterhimmel in voller Pracht. Hoch im Süden steht eindrucksvoll der Jäger Orion mit Gürtel und Schwertgehänge. Dort, in der Mitte des Schwertgehänges, sehen wir schon im Fernglas ein verschwommenes Fleckchen: Das ist der große Orionnebel, eine etwa 25 Lichtjahre große Gaswolke in 1300 Lichtjahren Entfernung. Junge, heiße Sterne regen das Gas der Wolke zum Leuchten an. Im Zentrum der Wolke ist mit einem Fernrohr das „Trapez“ aus vier hell strahlenden Sternen zu erkennen.

Links unterhalb des Orion funkelt Sirius, der hellste Stern am Himmel. Oberhalb des Sirius stoßen wir auf Prokyon im Kleinen Hund, wiederum darüber auf Kastor und Pollux in den Zwillingen und schließlich, fast genau im Zenit, auf Kapella im Fuhrmann. Westlich zwischen Fuhrmann und Orion gelegen finden wir den Stier mit dem hellen Aldebaran, dem im Februar der fast gleich helle Mars Konkurrenz macht. Damit haben wir alle Ecken des „Wintersechsecks“ besucht, das aus den Sternen Sirius, Prokyon, Pollux, Kapella, Aldebaran und Rigel im Orion besteht.

Im Stier lohnt sich ein Blick auf die Plejaden, insbesondere mit einem lichtstarken Fernglas oder einem Fernrohr bei niedriger Vergrößerung. Denn dieser junge Sternhaufen enthält viele hundert Sterne, von denen jedoch nur sechs hell genug sind, um mit bloßen Augen erkennbar zu sein.

Östlich der Zwillinge liegt das unscheinbare Sternbild Krebs mit einem der schönsten Sternhaufen des Nordhimmels, der „Krippe“, lateinisch: Praesepe. Dieser offene Sternhaufen enthält etwa 450 Sterne und bietet Im Fernglas oder im kleinen Fernrohr einen prächtigen Anblick. Tief im Osten zeigt sich als Bote des nahenden Frühlings nun schon der Löwe. Nach Mitternacht folgen im Osten die Tierkreis-Sternbilder Jungfrau und Waage Die Milchstraße – meist nur fernab der hell erleuchteten Städte als schimmerndes Band zu erkennen – erstreckt sich vom südöstlichen Hori-zont kommend quer über den Himmel durch die Sternbilder Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Nordwesten.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!