Der Sternenhimmel im März

Sonne durchquert den Himmelsäquator - Jupiter und Saturn tauchen am Morgenhimmel auf

Im März bietet sich die günstige Gelegenheit, einmal einen großen Asteroiden mit dem Fernglas aufzuspüren: Vesta, ein unförmiger Felsbrocken mit einer maximalen Ausdehnung von 573 Kilometern, steht am 4. März von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber und ist damit nachts besonders gut beobachtbar. Mit bloßen Augen ist der kleine Himmelskörper zwar nicht auszumachen, aber er ist hell genug, um sich mit einem kleinen Fernglas aufspüren zu lassen. Der Asteroid bewegt sich durch das Sternbild Löwe, Aufsuchkärtchen aus dem Internet helfen bei der Suche.

Die großen Planeten machen sich dagegen im März rar. Einzig Mars bereichert den Abendhimmel – und das besonders schön: Anfang des Monats passiert der Rote Planet das „Goldene Tor“ zwischen den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden im Sternbild Stier. Am 4. März passiert Mars die Plejaden in etwa drei Grad Abstand, am 23. März zieht der Planet in sieben Grad Abstand an Aldebaran, dem hellsten Stern des Stiers, vorüber. Und am Abend des 19. März gesellt sich der zunehmende Mond hinzu.

Weitere Planeten können Frühaufsteher ab Mitte des Monats kurz vor Sonnenaufgang tief am ostsüdöstlichen Horizont aufspüren: Dort gehen kurz nacheinander um 5 Uhr und um 5.30 Uhr Saturn und Jupiter auf. Jeweils etwa ein Viertelstunde später kann man die Planeten im Dunst ausmachen – doch schon gegen 6 Uhr verschwinden sie wieder in der Morgendämmerung.

Der westliche Abendhimmel steht nach Einbruch der Dunkelheit noch ganz im Zeichen des Winters: Majestätisch ragt im Südwesten der Jäger Orion als dominierendes Sternbild auf. Oberhalb des Orion stehen die anderen typischen Wintersternbilder: Zwillinge, Fuhrmann und Stier mit dem roten Mars. Links unterhalb des Orion blinkt der hellste Stern des Himmels, Sirius im Sternbild Großer Hund.

Von dort, vom Großen Hund im Südwesten, steigt die Milchstraße als matt schimmerndes Band auf. Durch die Sternbilder Zwillinge und Fuhrmann zieht sie sich quer über den Himmel, dann wieder hinab durch Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Norden. Die Milchstraße bildet so fast eine Trennlinie zwischen dem winterlichen Himmel im Westen und den Frühlingssternbildern im Osten. Denn dort stehen nun bereits Krebs und Löwe hoch am Himmel, später am Abend folgen ihnen Jungfrau und der Ochsentreiber Bootes.

Passend zu diesem Wandel des Abendhimmels beginnt am 20. März um 10.37 Uhr der astronomische Frühling: Die Sonne überquert auf ihrer scheinbaren Bahn den Himmelsäquator in Richtung Norden. Mit jedem Tag steigt die Sonne derzeit etwa ein halbes Grad höher am Himmel auf, das entspricht ungefähr ihrem Durchmesser. Entsprechend schnell nimmt die helle Zeit des Tages zu und die Dauer der Nacht ab – im Laufe des Monats um ganze zwei Stunden. Am 28. März um 2 Uhr nachts werden zudem die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt. Damit ist es dann am Monatsende erst gegen 22 Uhr Sommerzeit richtig dunkel.

Autor: Rainer KayserE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!