Erfolgreicher Test an Bord von Artemis 1

Bei langen Raumflügen etwa zum Mond oder gar zum Mars sind Raumfahrer einer erhöhten Strahlungsbelastung ausgesetzt – besonders bei unvorhersehbaren Sonnenstürmen. Wie Forscher jetzt berichten, können sich Astronauten jedoch zumindest teilweise mit einer speziellen Weste aus hochdichtem Polyethylen vor den Auswirkungen der Strahlung schützen. Der Test eines Prototyps namens AstroRad an Bord der Mission Artemis 1 Ende 2022 lieferte vielversprechende Ergebnisse: Bei einem Sonnensturm könnte eine solche Weste die Strahlungsbelastung um bis zu 60 Prozent reduzieren.

Hochdichtes Polyethylen, kurz HDPE, ist ein hervorragender Strahlungsschutz im Weltraum, weil es eine sehr hohe Dichte an Wasserstoffatomen besitzt. Die Strahlung im Weltall besteht hauptsächlich aus Protonen. Und diese Protonen werden durch Wasserstoff mit seinem aus einem Proton bestehenden Atomkern besonders gut abgebremst.

Allerdings handelt es sich bei HDPE um einen festen, unflexiblen Stoff. Deshalb bestehen die AstroRad-Westen aus Tausenden kleinen hexagonalen, miteinander verbundenen HDPE-Stäben, die maximale Flexibilität bei hohem Schutz gewährleisten. Bei der Mission Artemis 1 waren keine Menschen an Bord, sondern zwei mit zahlreichen Strahlungsmessgeräten ausgestattete Puppen. Nur eine der Puppen trug eine AstroRad-Weste, so konnten die Forscher die Wirkung der Weste aus dem Vergleich der Messdaten beider Puppen ermitteln. Strahlungswesten wie AstroRad könnten künftig eine vitale Rolle bei bemannten Raumflügen spielen.

Bildquelle: StemRad / Jordan Houri